Infobrief Nr. 2

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Beziehungen: Allein, als Paar, in der Gruppe
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Liebe Freunde der Geistesschulung,
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gelegentlich werde ich gefragt, ob ich nicht eine „Kurs-Lebensgemeinschaft“ in der Toskana gründen möchte. Ich lehne dann dankend ab und möchte hier meine Gründe dafür darlegen.
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Grundsätzlichdürfen Gemeinschaften sein und sind Teil persönlicher Lebenserfahrungen. Ich selbst war 1990 in einer christlich orientierten Gemeinschaft auf der Schwäbischen Alb und habe meine zugegebenermaßen extremen Erlebnisse im beigelegten Buch dargestellt. Es steht jetzt zur freien Verfügung, darf also als PDF-Kopie gern weitergegeben werden (siehe Email-Anhang unten).
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Wir wissen aus der Geistesschulung:Das Ego und seine Strategie der „besonderen Beziehung“ läuft immer mit, ganz gleich, was wir hier auf Erden tun. Zwei Menschen, die einen gemeinsamen Weg in der Paarbeziehung gehen wollen, haben immer wieder mit dem Ego-Imuls zu kämpfen. Ich selbst habe zwei Ehen hinter mir, lebe seit 3 Jahren allein und nutze diese Zeit der Sammlung und Klärung. Natürlich bin ich für die Paarbeziehung, weil sie einen menschlich sinnvollen Rahmen für geistiges Wachstum sprich Heilung darstellt. Dabei bin ich für ein klares Bekenntnis zweier Menschen zueinander – ob hetero- oder homo-orientiert, ist letztlich völlig gleichgültig. 
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Die sogenannte „offene Beziehung“halte ich für sehr problematisch, weil hier Inhalt und Form miteinander verwechselt werden. Geistig gesehen gilt: Wir sollen alle Menschen vorbehaltlos im Geiste lieben und in ihnen das HÖCHSTE, den REINEN GEIST, sehen wollen. Denn im GEIST sind wir definitiv alle miteinander absolut verbunden: Wir sind EINS.
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Auf der Form-Ebene ist das offensichtlich anders.Dort trennt uns die Verschiedenartigkeit von einander: Körperlich und seelisch mit all den verschiedenen Präferenzen. Wenn wir also alle zusammen in das Superbett springen, bedeutet das leider noch lange keine EINHEIT im GEIST. Solche formalen Bewegungen nützen uns gar nichts, sie gießen höchstens Öl ins Ego-Feuer: Angst, Neid, Eifersucht und Hass werden garantiert in uns aktiviert werden, und es könnte ein mörderisches Spiel entstehen, wie ich es 1990 selbst erlebt habe.
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All das gilt nun auch für die sogenannten „Lebensgemeinschaften“, also Gruppen, die sich aus freier Entscheidung bilden. Da kommen dann 10, 30 oder mehr suchende (hungrige) Menschen zusammen, und mit der Zeit potenziert sich die Ego-Energie um das 10- oder 30-fache. Jeder projiziert seine Ego-Impulse dann so gut er kann auf den Anderen und alle guten geistigen Vorsätze gehen nur allzu schnell über Bord. Denn wenn das Ego zuschlägt, ist die gesunde Vernunft verschwunden. Scharfe Schüsse durchschneiden die Luft, es wird intrigiert und es werden Abwehr- und Angriffsstrategien hochgefahren. Ich habe es erlebt im christlich und idealistisch hoch motivierten Gemeinschaftsrahmen: Die „Heiligen der letzten Tage“ waren scheinheilig und vor allem voller Angst und Verzweiflung. Ihre Hoffnungen auf die rettende Gemeinschaft erfüllten sich nicht.
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Die erste Beziehungsebene habe ich als Beobachter und Entscheidernur mit mir selbst: Mit dem falschen Selbst (Ego) und dem wahren SELBST in mir. Danach erst kommt der Mensch außerhalb von mir, zum Beispiel die eigenen Kinder und der Lebenspartner. Dann die erweiterte die Familie, die Wahlverwandten, das Dorf, das Land, die Welt.
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Beziehungen bilden den Rahmen des Lernens auf Erden. Doch die Gruppenbildung im Sinne einer festen Struktur und verbindlichen Wertevereinbarung benötigt sehr viel an Bewusstseinsarbeit und ständige geistige Wachheit, um zu gelingen. Das ist dann eine Vollzeit-Arbeitsstelle. Wovon die Gruppe materiell lebt, das muss dann auch noch geklärt werden. 
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Oft trügt der Gruppenschein, denn wir lassen uns zu leicht blenden und projizieren unsere Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit auf eine Gruppe und insbesondere auf den Gruppelieter. Gruppenprozesse sind geistige Knochenarbeit. Ich brauche meine Energie für die Talente, die mir gegeben sind: Die KURS-Interpretation und die Begleitung von suchenden Menschen in der Einzel- und Gruppenarbeit im Rahmen meiner Seminare. Dabei bleibe ich. 
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Paarbeziehung ist schwierig genug, doch ich will sie nicht für mich ausschließen. Sie kann ein Feld des Wachstums aber auch der Ablenkung sein. Unsere Wachheit und geistige Nüchternheit sind immer gefragt. Und das gefällt mir gerade am KURS: Er ist und bleibt ein Selbststudienkursund will das Klassenzimmer der Welt sinnvoll und effektiv nutzen.
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