Infobrief Nr. 14

Thema:

Lehrer und Schüler – Erwachen und Erleuchtung

.

Liebe Freunde der Geistesschulung,
wer sich ernsthaft mit dem Kurs beschäftigt und ihn als Schüler studiert, der wird zugleich zum Lehrer GOTTES. Was ich lernen will, das soll ich lehren, um es leichter lernen zu können. Und umgekehrt: Was ich lehren will, das sollte ich zuvor gelernt haben. Lernen und Lehren greifen also etwas paradox eng ineinander. Das Lehren im Sinne des Kurses ist vor allem ein Vorleben: Das Praktizieren der Vergebung – still und leise. In diesem Sinne sind hier alle Kursschüler auch Lehrer.

Im herkömmlichen Sinne gibt es dann noch den Lehrer, der sich explizit den Inhalten des Kurses widmet und diese Interessierten vermittelt. Er hat Einsichten gewonnen und teilt sie mit anderen Kursschülern. Vielleicht tut er dies auf eine Weise, die ein Verständnis der komplexen Kursinhalte erleichtert. Ein solches Talent soll durchaus in den Dienst des gemeinsamen Lernens und Lehrens gestellt werden.

Durch den Kurs werden wir auf das Problem der besonderen Beziehung aufmerksam gemacht. Im Allgemeinen nutzen wir alles in der Welt im Zeichen der besonderen Beziehung. Dies bedeutet: Wir suchen nach einem Ersatz für die Liebe und nutzen die Objekte der Welt zum Stillen unseres inneren Hungers. Dann werden die Dinge der Welt zu Götzen oder Fetischen. Wir sind fasziniert von ihnen und bemerken nicht, dass sie keinen wirklichen Frieden schenken können. Für einen Schüler kann die Beziehung zu einem Lehrer „sehr besonders“ werden – und umgekehrt. Dann missbraucht der Lehrer seine Macht, die ihm die Schüler vertrauensvoll im Sinne einer wissenden Autorität gegeben haben. Auch in Kurskreisen kann dies passieren: Es ist allzu menschlich, denn das Ego rennt immer bei uns allen noch mit. 

In Bezug auf den geistigen Entwicklungsstand des Schülers wie des Lehrers scheint es einige Missverständnisse zu geben. Man sollte den Prozess des Erwachens vom Endpunkt der Erleuchtung klar unterscheiden. Wer erwacht ist, der kann immer noch in egomane Zustände zurückfallen – er oder sie ist noch längst nicht in der Erleuchtung. Hierzu habe ich im angefügten Text meine persönlichen Einsichten zusammengefasst. Mögen sie hilfreich sein und den nüchternen Blick auf die Zusammenhänge fördern. Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt. 

Mit herzlichen Grüßen,
Reinhard Lier

.

Bert Hellinger hat uns verlassen
Am 19.09.2019 hat Bert Hellinger seine Inkarnation beendet (geboren 1925). Er war einer der Hauptentwickler des Familienstellens bzw. der systemischen Aufstellungsarbeit. Seine genauen Beobachtungen zu den Seelendynamiken in Familien und zur Frage des Gewissens waren fundamental umfassend und neu.

1996 besuchte ich in Köln mein erstes Seminar bei ihm und konnte ihn in den folgenden Jahren bei seinen Großveranstaltungen begleiten und beobachten. Seit dieser Zeit habe ich Tausende von Aufstellungen geleitet und die Einsichten Hellingers immer wieder bestätigt gesehen.

Ich bin diesem Lehrer, der mein berufliches Wirken entscheidend beeinflusst hat, zutiefst dankbar. Besonders hat mir sein Wissen bei der Lösung und Heilung meiner persönlichen Familienverstrickung geholfen.

Bert Hellinger (16.12.1925 – 19.09.2019)

In dieser Website benutzen wir Cookies.

Sie dienen dazu, das Besuchererlebnis zu optimieren und Statistiken zu führen. Sie können die Nutzung von Cookies ablehnen, damit keine Daten an Dritte gesendet werden. Möglicherweise stehen dann nicht alle Funktionen dieser Website zur Verfügung.